Die Erlebnisse eines Siebzehnjährigen als Soldat im 2. Weltkrieg

Gut Klessin, aus dem Kriegstagebuch; Schlossruine im Zweiten Weltkrieg, März 1945.

- Geformt für das SchlachtfeldNahkämpfe in der “Hitler-Festung Klessin” -
-  Abenteuerreiche Kriegsgefangenschaft mit drei Fluchtversuchen! -

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Leseproben

Einige Leseproben aus der Erzählung nach dem Kriegstagebuch:

 

Leseprobe aus: In Panik verfallen

Es ist der 1. Februar 1945. Der Dienst ist vorbei und wir sind abends auf unserer Stube. Gegen 19 Uhr ertönt wieder einmal die Sirene. Fliegeralarm! Wir müssen wie üblich mit unserer vollen Ausrüstung in den Keller und liegen hier auf langen Holzpritschen, die zu je zwei Stück übereinander aufgebaut sind. Ich liege bequem, den Stahlhelm als Kopfpolster in den Nacken geschoben, in einer langen Reihe neben den Kameraden auf der Pritsche und genieße die erzwungene Ruhe. Vom Zugführer werde ich aufgerufen. Ich muss die Vollständigkeitsmeldung der Kompanie zum Bataillonsgebäude überbringen. Na toll! Im Freien angekommen ist es hell, die Nacht wie von Lampen beleuchtet. Der Himmel über der ganzen Stadt unten im Tal ist erhellt. In Massen stehen Lichter am Himmel, die eigentlich nicht nach unten gleiten. Die Luft ist erfüllt von einem unheimlich lauten Motorengeräusch aus Flugzeugmotoren. Über mir, aus Westen kommend, fliegen viele Pulks feindlicher Bomber über die Kaserne zur Stadt. Mein Blick geht nach oben. Riesengroß sind die Bomber über mir. Ganz nah! Sie fliegen so tief, dass ich einen Bordschützen in einer Heckkanzel am Rumpfende eines dieser großen, viermotorigen Flugzeuge erkennen kann.

Schon fallen die ersten Bomben in der Stadt. Ich bekomme Angst! Meine Meldung, die ich abgeben muss, habe ich vergessen. In Panik verfallen, fange ich an zu rennen und flüchte in südlicher Richtung. Eine ziemlich hohe Mauer habe ich, ich weiß nicht wie, leicht und mühelos überwunden und lande in der Artilleriekaserne...

 

 

 

 

 

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Leseprobe aus: Nahkämpfe in Klessin

...Plötzlich sehen wir vier Russen im Hof, die aber gleich hinter dem Wirtschaftsgebäude nach rechts zum Hohlweg verschwunden sind. Wir gehen weiter vor, dabei wird Walter, unser MG-Schütze I verwundet. Die Russen haben die Flucht ergriffen. Wir haben sie aus dem Gut vertrieben.

Von der Gruppe, die das Gebäude sicherte und hier ihre Stellung hatte, ist nur noch einer da. Er hat einen Kopfschuss. Schwer verwundet  steht er vor einer zerschossenen Hauswand, den Stahlhelm leicht verschoben auf dem Kopf, die Augen weit aufgerissen, starr ins Leere blickend, aus Mund und Nase dringt starker Schaum. Die Beine leicht gespreizt, fest mit der Erde verbunden, steht er da. Ein dumpfer, laut knurrender Dauerton dringt aus seiner Kehle. Ein Bild, das ich im Vorbeirennen nur kurz aufnehmen kann, das aber unvergesslich in mir haften geblieben ist. Wir haben keine Zeit uns um ihn zu kümmern. Später habe ich ihn nicht mehr gesehen. Einige seiner Kameraden liegen tot herum, die anderen wurden vom Feind gefangen genommen.

 Nun haben wir hier die Stellung in dem langgestreckten, zerstörten Wirtschaftgebäude bezogen und sichern diese. Wir sind nur noch acht Mann und haben einen Abschnitt von über 70 Meter zu sichern. Nur jeder zweite oder dritte Raum ist besetzt. Allein der Hohlweg trennt uns vom Russen. Die Nacht bricht herein. Wir sind vorsichtig. Von Raum zu Raum gehe ich unsere Stellung ab und wer liegt hinter einem Mauerrest auf dem Boden und schläft? Es ist unser Kamerad mit dem Daumen.

Gegen Mitternacht kommt ein deutscher Panzer, der uns Essen in das fast eingeschlossene Gut bringt. Einer geht mit acht Kochgeschirren Essen holen. Als er zurückkommt, hat der Gegner Geräusche aus unserer Stellung wahrgenommen und beschießt uns mit einem Maschinengewehr. Leuchtspurgeschosse fliegen über unsere Köpfe, prallen an der rückseitigen Backsteinwand ab und schwirren durch den Raum. Verletzt wird...

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Leseprobe aus: Ich bin verwundet

...Unsere Waffen haben wir im „Gut Klessin“ gelassen. Wir haben uns je eine Eierhandgranate in jede Manteltasche gesteckt. Der Unteroffizier sagt zu mir: „Wenn die uns erwischen, sprengen wir uns in die Luft!“ Vom Oberleutnant kommt der Feuerbefehl. Zwei MG 42 schießen Dauerfeuer, wir verlassen unsere Deckung und rennen los. Zuerst der Unteroffizier, ich hinterher. Rechts und links ziehen die Geschossgarben mit ihren Leuchtspurgeschossen dicht an uns vorbei und decken die vom Feind besetzte Stellung ein. Dann überspringen wir den ersten Schützengraben. Unter uns, im Graben Deckung suchend, Mann an Mann, kauern die russischen Soldaten Schulter an Schulter in gebeugter Haltung. Ihre Gewehre mit den langen, spitzen, dreikantigen, fest angebauten Sturmbajonetten ragen nach oben aus dem Graben. Schon nach 20 bis 30 Metern geht es im Sturmschritt über den zweiten Schützengraben, der genauso dicht von den Russen besetzt ist. Jetzt noch ein dritter Graben, der ist...  

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Leseprobe aus: Depot 222 – Fort de Noisy-Le-Sec

Durst plagt mich! Mein Körper ist völlig ausgetrocknet, ich habe seit Tagen nichts getrunken. Die Lippen sind geschwollen und aufgesprungen. Die Zunge fühlt sich taub an, Mund und Kehle sind trocken. Ich begebe mich auf die Suche nach Wasser und gelange in einen Hinterhof. Mir gegenüber sehe ich Türen und Fenster in ein dickes Mauerwerk eingelassen. Es ist die etliche Meter tiefe Wehrmauer der Festung. In dieser sind Waschräume und Toiletten untergebracht. Es sind schon einige Männer hier, die auch Wasser suchen. Aber es gibt keins. Die Wasserleitung ist abgestellt. Die Landser schimpfen und fluchen. Im Hof, an das Mauerwerk der Rückwand des Hauptgebäudes angelehnt, sehe ich ein großes, betoniertes Becken. Es ist ein Wasserbecken zum Feuerschutz. Oben am Beckenrand steht einer von uns ganz entblößt. Mit einem Kopfsprung springt er in das mit Wasser gefüllte Löschbecken. Wasser! denke ich und gehe sofort dorthin, doch das Wasser im Becken ist alt und grün. Es eignet sich nicht zum Trinken. Egal, ich nehme trotzdem eine handvoll aus dem Becken, benetze Lippen und Mund, und spucke es wieder aus. Es war einer der größten Fehler in meinem bisherigen Leben, wie sich bald herausstellen wird.

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Leseprobe aus: Bei der “Präfektur de Paris”

Unser eifrig Französisch lernender Salz besitzt inzwischen gute Kenntnisse in dieser Sprache. Er ist ein guter Kumpel, hat aber seinen eigenen Kopf und legt sich gerne mit unseren Posten an. Das bekommt ihm in der Regel nicht gut. So auch heute. Wir unterhalten uns bei der Arbeit. Unser Posten, einer, der nicht gut auf uns zu Sprechen ist, treibt uns zur Arbeit an. Unser Salz sagt nur: „doucement, doucement“ (langsam, langsam). Der Franzose wird wütend, reißt in seinem erröteten Gesicht seine Augen weit auf und brüllt Salz an. Dieser zeigt ein Grinsen in seinem runden Gesicht. Das reizt den Posten noch mehr. Hastig nimmt er sein Gewehr vom Rücken, legt es an und zielt auf unseren Salz. Auch er ist erregt. Er steht einige Meter hoch oben auf einem Holzstapel, reißt mit einem heftigen Ruck seine schwarze Panzerjacke auf, die er mit beiden Händen weit geöffnet hält und ruft dem Franzosen zu: “Schieß, wenn du willst.“ Oh je, denke ich, jetzt knallt`s! Eine unheimlich lange Sekunde vergeht. Der Schuss fällt...

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Leseprobe aus: Dunkelhaft - Die Franzosen haben mich wieder

Die Fahrt geht über Lille nach Douai und ich komme als einziger zurück in das große Gefangenenlager nach Vuillemin. Hier werde ich dem Lagerkommandanten vorgeführt und soll Bericht erstatten. Der will von mir wissen, wie ich aus dem Lager gekommen bin. Ich stelle mich stur und gebe keine Auskunft. Vom Kommandanten werde ich daraufhin zu vierzehn Tagen Dunkelhaft verurteilt. Sofort werde ich abgeführt und es geht im Lager in ein Gefängnis, in dem es so dunkel ist, dass man seine Hand nicht vor den Augen sieht.

Hier in der Dunkelhaft bin ich nicht der Einzige. Mit elf Gefangenen sind wir in einer großen Zelle eingesperrt. Es ist sprichwörtlich stockdunkel in der Zelle und ich sehe zuerst einmal überhaupt nichts. Nur langsam gewöhne ich mich an diese ewige Nacht. Mit der Zeit passen sich meine Augen der Dunkelheit an und ich komme ganz gut in ihr zurecht. Auch unsere Malzeiten, die uns zu bestimmten Zeiten gereicht werden, verspeisen wir ohne Licht. Nur durch den Morgenkaffee, das Mittagessen und das Brot, das es am Abend gibt, wissen wir welche Zeit wir haben. Am vierten Tag meiner Zeit in diesem Bau bekommen wir einen Neuzugang. Es ist einer, der schon einmal eine Woche hier verbracht hat. Er kennt die Dunkelheit in diesem Loch. Ihm ist es gelungen, einen Nagel herein zu schmuggeln, den er im Kragen seines alten Wehrmachtsmantels verborgen hatte. Mit diesem Nagel hat er ein kleines Loch durch das Blech getrieben, mit dem die kleinen Fenster in dem Raum verdunkelt wurden. Sofort, nachdem er den Nagel aus dem Blech gezogen hat, fällt ein kleines, aber sehr helles Licht in unsere Zelle und erzeugt einen dünnen Lichtstrahl, der sich seinen Weg durch die Dunkelheit sucht und an der gegenüber liegenden Wand einen hellen Punkt erzeugt. Mir scheint es, als wäre es jetzt ein klein wenig heller geworden. Nun bekommen wir mit, wann die Tag- und Nachtzeit beginnt. Auch hier vergeht die Zeit nur sehr langsam. Doch auch diese vierzehn Tage vergehen. Am fünfzehnten Tag, vormittags, komme ich aus dem Bau heraus. Ohne Übergang komme ich aus der Dunkelheit in die grelle Helligkeit eines schönen, sonnigen Tages. Für meine Augen, die dieses helle Sonnenlicht nicht mehr gewöhnt sind, ist das ein großer Schock. Sofort schmerzen meine Augen. Von einer Sekunde zur anderen verspüre ich einen heftigen Schmerz in meinen Schläfen. In meinen Ohren spüre ich ein helles Pfeifen. Instinktiv suche ich sofort den Schatten der nächsten Baracke auf, kneife meine Augen zu und bleibe zuerst einmal stehen und lehne mich an der Außenwand dieser Baracke an. Es vergeht einige Zeit, bis ich meine Augen langsam ein wenig öffne und sie mit der Hand abdecke, indem ich meine linke Hand an meinen Augenbrauen anlege. Langsam geht es mir besser...

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Ein Blick in das Buch

Das ideale Geschenk
für den Mann!

Aus dem Kriegstagebuch: In der “Hitler Festung Klessin” im Zweiten Weltkrieg

Aus dem Kriegstagebuch:
In den Ruinen der “Hitler Festung Klessin”, im Zweiten Weltkrieg.
(Gemälde)

Junge, deutsche Soldaten, als Kriegsgefangene in Frankreich.

Oktober 1948.
Junge, deutsche Soldaten, als Kriegsgefangene in Sedan, Frankreich.

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Vom Wahnsinn des Krieges

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