Bild: Soldaten der Wehrmacht in Klessin1945

 

Kriegstagebuch -
Hugo Reinhart

Das fesselnde Kriegstagebuch
eines siebzehnjährigen Soldaten
im Zweiten Weltkrieg

“Einer von denen war ich”

Ein anschauliches Stück Zeitgeschichte! Historisch interässand  -  erlebnisreich
Bild von dem Buch -Einer von denen war ich - Meine Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg- von Hugo Reinhart

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Deutsche als Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg

Deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg

Im Mai 1945, nach der Kapitulation des Deutschen Reiches, am Ende des Zweiten Weltkrieges, befanden sich über 11.000.000 deutsche Soldaten aller Waffengattungen als Kriegsgefangene im Gewahrsam der alliierten Siegermächte. Für viele dieser Kriegsgefangenen, die zu einem Großteil erst nach der Kapitulation in alliierte Kriegsgefangenschaft gerieten, dauerte die Gefangenschaft noch Jahre.

Zu Beginn der Kriegsgefangenschaft waren die Gefangenen deutschen Soldaten in den großen Auffanglagern der Siegermächte,  über Monate unter freiem Himmel jedem Wetter ausgesetzt.  Unter starker Bewachung, waren sie von der Außenwelt abgeriegelt.  Bei minimaler Verpflegung, bei Kälte, Schnee und Regen, vegetierten Sie in diesen Lagern sich weitgehend selbst überlassen, dahin. Ab Anfang Mai hatten sie unter großer Hitze, mit nur wenig Trinkwasser, zu leiden. . Es gab viele Todesopfer! Kranke und schwache verloren ihr Leben.

Die Siegermächte, beachteten die internationalen Abkommen der Haager Landkriegsordnung, wonach Kriegsgefangene nach Kriegsende wieder unverzüglich in ihre Heimat entlassen werden sollen, nicht. Von den Siegermächten wurden die gefangenen deutschen Soldaten, zum Teil unter sehr schlechten Bedingungen, als billige Arbeitskräfte, zu schweren Arbeiten herangezogen. Vor allem in der UdSSR, in den Gefangenenlagern in Sibirien und der unendlichen Weite Russlands, sind unter den gegebenen Lebensumständen durch Kälte, Hunger und Krankheit, viele der Kriegsgefangenen verstorben.

Auf der Moskauer Konferenz im April 1947 einigten sich die Alliierten darauf, bis zum 31. Dezember 1948 alle deutschen Kriegsgefangenen entlassen zu haben. Doch, die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus der UdSSR, wurden erst 11 Jahre nach Kriegsende, 1956 in ihre Heimat entlassen. .

Kriegsgefangenschaft in Frankreich

Frankreich hatte über 1.065.000  deutsche Soldaten als Kriegsgefangene. Davon wurden ca. 300.000 Soldaten von der französischen Armee gefangengenommen. 240.000 in Frankreich und Deutschland und ca. 60.000 davon in Nordafrika. Frankreich verlangte jedoch von den Alliierten noch mehr Kriegsgefangene als Arbeitskräfte.

In einer Übereinkunft vom Dezember 1944 wurden Frankreich dann 1.750.000 Kriegsgefangene zugesprochen. Davon hat Großbritannien 25.000 deutsche Soldaten, als Kriegsgefangene, an Frankreich abgetreten. Von den USA hat Frankreich 740.000 deutsche gefangene Soldaten übernommen.  Die USA hatten am Kriegsende große Probleme mit der Versorgung und Unterbringung ihrer Kriegsgefangenen und waren froh, diese los zu werden. Da aber Frankreich nicht in der Lage war, ihre Kriegsgefangenen zu versorgen, stoppte die US-Arme im Herbst 1945 die Überführung weiterer Kriegsgefangener an Frankreich.

Wegen der sehr schlechten Versorgungslage gab es in den Jahren 1945 und 1964 in den französischen Kriegsgefangenenlagern eine besonders hohe Rate an Kranken, Arbeitsunfähigen und Todesfällen unter den Kriegsgefangenen deutschen Soldaten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es in diesen Jahren in Frankreich an allem möglichen fehlte, und die Franzosen selbst in einer miserablen Versorgungslage waren, ist es unangemessen zu behaupten, die schlechte Versorgung der Kriegsgefangenen sei alleine auf Rache und Hass an den Deutschen zurückzuführen.

An dieser Stelle möchte ich jedoch bemerken, dass zumindest kurz nach Kriegsende eine gewisse Berechnung, zumindest in dem Lager, in dem ich untergebracht war, eine Rolle spielte. Unsere Versorgungslage war in dieser Zeit besonders schlecht. Alle litten wir an Mangelernährung. Bei fast allen Kriegsgefangenen waren die körpereigenen Reserven aufgebraucht. Wir waren total abgemagert! Unsere Gedanken bewegten sich nur noch um Essen. Dann, nach Wochen, waren wir reif. Jetzt kam die Fremdenlegion. Französische Offiziere und ehemalige deutsche Soldaten, jetzt in der Legion, warben für die Fremdenlegion. Eine gewisse Zeit lang kamen sie täglich in unser Kriegsgefangenenlager und machten uns weich. Diese Legionäre, in ihrer Ausgangsuniform, sahen flott aus. Sie sprachen von einer langen Kriegsgefangenschaft, die wir durchzustehen hätten. Sie erzählten uns von Freiheit, guter Verpflegung, Frauen usw. Die Versuchung war groß, man wollte dem Hunger entgehen! Unter uns Kriegsgefangenen entstanden heftige Diskussionen über das Für und Wider der Legion. Täglich meldeten sich mehr zur Legion. Auf Angehörige der Waffen-SS waren sie besonders scharf. Wir, in unserer Gemeinschaft, hatten beschlossen, auf jeden Fall durchzuhalten und uns nicht zu melden. Nach dieser Werbeaktion hatte sich unser Lager um gut ein Drittel gelichtet. Nach Abschluss diese Aktion  wurde die Verpflegung etwas besser und wir kamen auf Arbeitskommandos. In meinem Buch, „Einer von denen war ich“, das Sie weiter unten, auf dieser Seite bestellen können, berichte ich ausführlich über diese Zeit.

Zu allen möglichen Arbeiten wurden wir jetzt eingeteilt. Es gab Einzelkommandos bei Handwerksbetrieben und Bauern. Denen ging es dann zumeist gut. Sie waren ziemlich frei. Der weitaus größte Teil wurde zum Minensuchen, bei Präfekturen, in Fabriken oder Militärkommandos, usw. eingesetzt. Sehr viele wurden in den französischen Bergwerken zur Arbeit gezwungen. Vielen machte 1945 und 1946 die Unterernährung noch zu schaffen. Auch unsere Bekleidungslage war schlecht, es fehlte an allem. Wir trugen die ersten zwei Jahre immer die gleichen alten Uniformteile, die von uns immer wieder notdürftig zusammengeflickt wurden. Die Unterwäsche war verschlissen, das Schuhwerk war verbraucht. Oft wurde es notdürftig mit Draht zusammengehalten. Gab es Ersatz, waren das zumeist dünne Segeltuchschuhe mit einer geflochtenen Strohsohle, manche hatten auch Holzschuhe. Auf  der Oberbekleidung und dem Hemd, war ein großes, weißes “PG” (Prisonnier de Guerre) aufgemalt, das uns als Kriegsgefangene zu erkennen gab. Mitte 1945 durfte jeder Kriegsgefangene eine vorgedruckte Karte an seine Angehörigen senden. Diese Karte kam aber erst im Sommer 1946 bei meinen Eltern an. Pakete aus Deutschland waren ab Ende 1945 erlaubt. -  Aber, in Deutschland hatten die meisten selbst mit sich zu kämpfen. Erst 1947 wurde die Versorgungslage für uns Kriegsgefangene in Frankreich besser.

Die Unterbringung In der französischen Kriegsgefangenschaft war  sehr unterschiedlich. Anfangs lagen wir im Freien auf Wiesen. Mein erstes Lager befand sich in Lindau am Bodensee auf der Insel, auf dem Gelände vom Bootshaus. Tausende Landser lagen hier Mann an Mann. Es gab nur eine Wasserstelle. Stundenlang stand man hier in einer langen Schlange, um eine Handvoll Wasser zu erhaschen. Zu Essen gab es hier nichts. Viele haben Gras, Wurzeln und Baumrinde zu sich genommen.

In Frankreich wurden wir in alten Festungen, in Kasernen, in Hallen, in Kasematten, Zelten, in Holz- oder Wellblechbaracken untergebracht. Die medizinische Versorgung war schlecht, Verbandsmaterial war knapp. Medikamente gab es 1945 in meinem Kriegsgefangenenlager in Paris nicht. Vereinzelt kam es auch zu Misshandlungen.

Eine gesundheitliche Betreuung oder Freizeitgestaltungen, wie in den USA oder bei den Briten, waren bei uns sehr selten. Besonders 1945 waren in Frankreich viele  Kriegsgefangene erkrankt. Die häufigsten Erkrankungen waren hier Unterernährung, Durchfallerkrankungen, Kräfteverfall, Lungenentzündungen, Ekzeme und Furunkel. Ich selbst war 1945 an Typhus erkrankt, und einige Tage ohne Bewusstsein. in meinem Buch, “Einer von denen war ich”, berichte ich ausführlich darüber.

Die Zahl der Fluchtversuche war in Frankreich sehr hoch. Über 171.000 Kriegsgefangene versuchten in Frankreich zu fliehen. Weit über 89.000 wurden auf der Flucht wieder eingefangen oder auch von anderen Mächten, wie der Schweiz und Belgien, an Frankreich zurückgegeben. Kriegsgefangene auf der Flucht, die bis nach Deutschland in die französische Zone kamen und hier von den Franzosen ergriffen wurden, kamen zurück nach Frankreich. Nur von Spanien wurden geflüchtete Kriegsgefangene zurück nach Deutschland gebracht.

Fluchtversuche von Kriegsgefangenen wurden in Frankreich mit 30 Tagen Arrest bestraft und man  bekam die Haare geschoren. Machte ein Kriegsgefangener einen zweiten oder gar dritten Fluchtversuch, wurde er zu einer Dunkelhaftstrafe von bis zu 30 Tagen verurteilt. Hatte der Gefangene zur Vorbereitung oder auf der Flucht einen Diebstahl begangen, der aufgedeckt wurde, brachte es dem Gefangenen eine zusätzliche Bestrafung ein. Einige, mit schweren Vergehen, wurden auch aus der Rückführungsliste gestrichen.

Das Schicksal der Bestrafung hat mich einige mal ereilt. Nach meinem zweiten Fluchtversuch war ich allein, ohne Licht, ohne Verurteilung, für acht Tage in einer großen, dunklen Kasematte, in einer Festung in Paris eingesperrt. Danach wurde ich zu 30 Tagen Arrest verurteilt und meine Haare wurden zu einer Glatze geschoren. Nach dem letzten Fluchtversuch wurde ich zu einer Dunkelhaftstrafe von zwei Wochen, ohne Licht, in einem nachtschwarzen Raum eingesperrt. Zusätzlich bekam ich wieder eine Glatze geschoren. Das war zur damaligen Zeit eine echte Strafe. -  (Auch Französinnen, die ein Verhältnisse zu deutschen Soldaten hatten, wurde diese Strafe zuteil. In Paris, habe ich als Kriegsgefangener erlebt, wie sie auf offener Straße, umringt von einer großen Menschenmenge, von diesen verhöhnt und beschimpft,  ihre Kopfhaare zu einer Glatze geschoren. bekamen.)

Bereits 1945 wurde in Frankreich mit der Rückführung begonnen. Über 25.000 Jugendliche, alte Männer, Wehrmachtshelferinnen und Zivilpersonen, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren, wurden 1945 zurückgeführt. Auch ich, wurde als Jugendlicher, (ich hatte mich um ein Jahr jünger gemacht) am 17. Dezember 1945 zur Entlassung ins Depot zurück gebracht. Durch eine unbedachte Äußerung von mir, wurde ich jedoch wieder von der Entlassungsliste gestrichen. Ich kam dann erst am 31. Oktober 1948 in die Heimat zurück. 1946 erfolgte die Entlassung von knapp 150.000 Kriegsgefangenen, 1947 waren es über 199.000 Heimkehrer. Der größte Teil der  Kriegsgefangenen wurden erst 1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Außer bestimmten Soldaten der Waffen-SS und Personen, die als Kriegsverbrecher erklärt wurden, waren bis zum 15. Dezember 1948 alle deutschen Soldaten entlassen.

Die Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen in die Heimat richtete sich nach verschiedenen Kriterien. Soldaten der Wehrmacht und anderen Organisationen waren in Frankreich in 16 verschiedene Kategorien eingeteilt, die nach dem Alter und der Nützlichkeit der Kriegsgefangenen als Arbeitskräfte aufgeteilt waren. Junge Soldaten der Jahrgänge 1925, 1926 und 1927 bildeten die letzte Kategorie. Die Rückführungstransporte waren in die verschiedenen Besatzungszonen aufgeteilt. Sie erfolgten über das Lager in Tuttlingen für die südliche französische und amerikanische Besatzungszone. Über das Lager in Bretzenheim erfolgte die Entlassung in die englische und nördliche französische Zone. Die Entlassung der Kriegsgefangenen in die russische Zone wurde über das Lager Bebra-Gerstungen abgewickelt.

Meine Entlassung, aus der französischen Kriegsgefangenschaft, erfolgte im Entlassungslager Malmsheim, ein Nebenlager des Kriegsgefangenenlagers Tuttlingen. Hier wurden wir am Morgen des 31. Oktober 1948 aus der Gefangenschaft entlassen. Das ging ziemlich schnell. Hierzu noch ein kurzen Auszug aus meinem Buch „Einer von denen war ich“

...Zuerst werden wir einem Arzt vorgestellt. Der schaut mir kurz in meinen Rachen und stellt bei mir Struma fest. Wir durchlaufen noch einige Stellen, unterschreiben eine Erklärung und erhalten vierzig DM, eine Starthilfe, die nach der Währungsreform in Westdeutschland jeder erhalten hat. Zum Schluss erhalten wir unseren Entlassungsschein. Nun sind wir frei !!!
Ja, als freier Mann verlasse ich jetzt das Lager...

 
Und  hier ein Blick in das Buch:
 Im Güterzug nach Frankreich
 
Kein guter Empfang in Paris
 

Kriegsgefangenschaft in Großbritannien

 Mit weit über 3.630.000 deutschen Soldaten, die sich in britischer Kriegsgefangenschaft befanden, hatte Großbritannien der höchste Anteil an deutschen Kriegsgefangenen am Ende des Zweiten Weltkrieges. Diese wurden von den Engländern weitgehend fair behandelt. Sie waren in Lagern in England, Deutschland, Italien, Kanada,  Madagaskar und Malta untergebracht, und wurden nur zum Teil zur Arbeit eingesetzt. Bei den Briten wurden deutsche Kriegsgefangene einer politischen Umerziehung unterzogen. Je nach ihrer politischen Einstellung, wurden sie in Kategorien aufgeteilt. In der Praxis war das eine Aufteilung  in drei Gruppen; Weise, Graue und Schwarze, wobei die Schwarzen die unbelehrbaren Nazis waren.

 Besonders den rund 380.000 Kriegsgefangenen in England, ging es im Vergleich zu den Gefangenen deutschen Soldaten in Russland, Frankreich, Polen, und Jugoslawien gut. Ungefähr 250.000 Kriegsgefangene in England arbeiten im Handwerk, bei Bauern,  in Betrieben und auch bei Privatpersonen. Andere, sind in Arbeitskompanien aufgeteilt und kommen in diesen zum Arbeitseinsatz.

In England genießen die deutschen Kriegsgefangenen eine weitgehende Freiheit. Sie dürfen nach Arbeitsschluss, bis zum Einbruch der Dunkelheit, auch das Lager verlassen, und dürfen sich in einem Radius von bis zu 8,5 km frei bewegen. Viele haben Freundschaften mit Engländer und auch mit Engländerinnen geschlossen. Englische Familien durften Kriegsgefangene zu sich nachhause einladen. Rund 10 % der Gefangenen in England, verbrachten auch ein Weihnachtsfest bei einer englischen Familie. Manche Freundschaften wurden noch Jahre nach der Heimkehr gepflegt.

Kriegsgefangenschaft bei der US-Armee

Über 3.095.000 deutsche Soldaten befanden sich damals in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Sie waren in Deutschland, den Beneluxländern, in Frankreich und in den USA, wo sie ein erträgliches leben führten, in Lagern gefangen.

Auf Weisung Eisenhowers richten die Amerikaner ab März 1945, westlich des Rheinufers, die sogenannten Rheinwiesenlager ein. Es sind 37 Kriegsgefangenenlager, die hier von der US-Armee errichtet wurden. Unter sehr schlechten Bedingungen, von der Außenwelt abgeriegelt, und einer starker Bewachung, vegetierten Sie in diesen Lagern  sich weitgehend selbst überlassen, dahin.

Das bekannteste und eines der berüchtigtsten Lager davon war das Gefangenenlager bei Bad Kreuznach. Die weitgehend bekannten, unmenschlichen Zustände in diesem überbesetzten Lager der Amerikaner, führen zu vieler Todesopfer unter den gefangenen deutschen Soldaten. In den von der US-Armee besetzten Gebieten in Deutschland und Österreich, legten die Amerikaner noch weitere 188 Gefangenenlager an, die aber schon bald nach und nach aufgelöst werden.

 Von ihren Kriegsgefangenen gaben die USA ca. 50.000 deutsche Soldaten an Belgien, die Niederlande und an Luxemburg ab. An Frankreich wurden 740.000 deutsche Kriegsgefangene übergeben. Noch in Februar 1947 kamen deutsche Kriegsgefangene, die aus den USA nach Europa verschifft wurden, in unserem Lager in der Festung  „Fort de Cormeilsle“  in Paris an. Diese amerikanischen Kriegsgefangenen waren der festen Überzeugung, dass sie in ihre Heimat entlassen werden. Nach ihrer Ankunft in unserem Lager standen sie stundenlang bei niederen Temperaturen im Hof und wurden gefilzt. Danach waren ihre gut gefüllten Seesäcke ziemlich geleert. In meinem Buch „Einer von denen war ich“ habe ich ausführlich darüber berichtet.

Kriegsgefangenschaft in der UdSSR

Weit über 3.060.000 deutsche Soldaten, die an der Ostfront im Einsatz waren, wurden in der damaligen UdSSR als Kriegsgefangene festgehalten. Diese wurden zuerst in große Sammellager gebracht und anschließend in 216 Hauptlagern (Verwaltungslagern), mit weit über 2500 Kriegsgefangenlagern über die ganze Sowjetunion verteilt. In diesen Lagern kamen sie zumeist unter schlechten Bedingungen, zum Teil in Arbeitsbataillonen zum Arbeitseinsatz. Sie wurden vor allem in Bergwerken, im Straßen- und Schienenbau, aber auch in der Landwirtschaft, in den großen Kolchosen, eingesetzt.

Nur schleppend kamen im Lauf von über 10 Jahre nach Kriegsende ca. 2.000.000 Kriegsgefangene aus der UdSSR zurück. Zum Teil wurden sie in Russland  einer politischen Umerziehung unterzogen. Um die Abkommen der Moskauer Konferenz vom April 1947 zu umgehen, wurden viele Kriegsgefangene in Massenprozessen einfach als Kriegsverbrecher verurteilt. Diese blieben weiter, als billige Arbeitskräfte, in den Kriegsgefangenlagern gefangen.  Die letzten 10.000 Kriegsgefangenen kamen erst im Januar 1956, nach einer Intervention von Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Nikolai Bulganin (Moskau, September 1955), in ihre Heimat zurück. Von den deutschen Soldaten in russischer Kriegsgefangenschaft, sind fast 1.100.000 Kriegsgefangene in den weiten der UdSSR verstorben.

Fort de Cormeilles in Cormeilles-en-Parisis. Kriegsgefangenenlager nach dem 2. Weltkrieg  in Frankreich

Fort de Cormeilles
in Cormeilles-en-Parisis. Kriegsgefangenenlager nach dem 2. Weltkrieg  in Frankreich.

Kriegsgefangenschaft: Mit meinen Kameraden im “ Fort de Montmorency”.

Kriegsgefangenschaft:
Mit meinen Kameraden im “ Fort de Montmorency”.

Der Autor im Kriegsgefangenenlager  “Depot 14 -  Kommando 9 Vuillemin”. Ein Arbeitslager bei Douai in Nordfrankreich mit über 15.000 Kriegsgefangenen, die hier in den einzelnen Bergwerken arbeiten. Es ist eines der größten Arbeitslager in Frankreich,

Der Autor im Kriegsgefangenenlager “Depot 14 -  Kommando 9 Vuillemin”. Ein Arbeitslager bei Douai in Nordfrankreich mit über 15.000 Kriegsgefangenen, die hier in den einzelnen Bergwerken arbeiten. Es ist eines der größten Arbeitslager in Frankreich,

Im Kriegsgefangenenlager Vuillemin. Einige meine Kameraden vor unserer Wohnbaracke, eine einfache, einwandige Blechbaracke, in der über 120 Mann untergebracht waren, die alle im Bergwerk arbeiten.

Im Kriegsgefangenenlager Vuillemin. Einige meine Kameraden vor unserer Wohnbaracke, eine einfache, einwandige Blechbaracke, in der über 120 Mann untergebracht waren, die alle im Bergwerk arbeiten.

Französische Kriegsgefangene  nach dem 2. Weltkrieg, 1948 in Sedan im Depot 24.

Französische Kriegsgefangene nach dem 2. Weltkrieg, 1948 in Sedan im Depot 24.

Nach der 1. Flucht:  Im “Fort de Noisy-le-Sec” allein in dieser großen, dunklen Kasematte eingesperrt.

Nach der 1. Flucht:
Im “Fort de Noisy-le-Sec” allein in dieser großen, dunklen Kasematte eingesperrt.

Kriegsgefangene in Sedan vor der Entlassung im Oktober 1948. In der Mitte der Buchautor Hugo Reinhart.

Kriegsgefangene in Sedan
vor der Entlassung im Oktober 1948. In der Mitte der Buchautor Hugo Reinhart.

Kriegsgefangenschaft in Sedan: Wir haben Mittagspause.Ich bin noch bei dem Essen.

Kriegsgefangenschaft in Sedan: Wir haben Mittagspause. Ich bin noch bei dem Essen.

In Kriegsgefangenschaft bei den Alliierten, hier, 1948 in Frankreich.

In Kriegsgefangenschaft bei den Alliierten, hier, 1948 in Frankreich.

Französische Kriegsgefangene nach dem  2. Weltkrieg, am 31.10.1948 auf der Rückführung aus Frankreich, in Deutschland angekommen.

Französische Kriegsgefangene nach dem 2. Weltkrieg, am 31.10.1948 auf der Rückführung aus Frankreich, in Deutschland angekommen.

Kriegsgefangenen-Transport: Es Geht in die Heimat, nach langer Zeit wieder in Deutschland!

Kriegsgefangenen-Transport:
Es Geht in die Heimat, nach langer Zeit wieder in Deutschland!

Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien und Polen

Fast 300.000 deutsche Soldaten waren in  Jugoslawien und Polen als Kriegsgefangene. Über 93.000 Gefangene sind davon in der Gefangenschaft verstorben. In Jugoslawien lässt sich die Zahl der Kriegsgefangenen deutschen Soldaten, die bei der Kapitulation in jugoslawische Gefangenschaft kamen, nicht genau bestimmen. Schätzungen zufolge sollen es zwischen 175.000 bis 200.000 deutsche Soldaten gewesen sein.

Todesrate der deutschen Kriegsgefangenen bei den Alliierten

In der damaligen UdSSR gab es die weitaus höchste Zahl von fast 1.100.000 verstorbenen deutschen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg, die in den weiten dieses damaligen Riesenreiches verstorben sind. Bei den Westmächten, einschließlich der USA, lag die offizielle Todesrate der  Kriegsgefangenen bei über 31.900 deutschen Soldaten. Bedingt durch die schlechte  Versorgungslage der Kriegsgefangen in Frankreich, in den ersten Nachkriegsjahren, gab es hier die weitaus größte Zahl von fast 24.180 verstorbenen Kriegsgefangenen. Gefolgt von den USA mit über 5.800 Soldaten, die hauptsächlich 1945 in den überfüllten Wiesenlagern in Deutschland und Frankreich verstorben sind. In Großbritannien, gab es 1.254 Todesopfer unter den Kriegsgefangenen deutschen Soldaten. In Polen und Jugoslawien sollen es über 93.000 deutsche Kriegsgefangene gewesen sein. Unter Sonstige fallen 675 Kriegsgefangene deutsche Soldaten.

Buch >>Einer von denen war ich<<  Eine Erzählung nach dem Kriegstagebuch

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